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Valentinuskapelle in Wiesbach( „Wallenbornkapelle“ ) und der "Wallenborn"

 

WallenbornWeiherWiesbach.jpgEine alte Gebetsstätte in Wiesbach ist die im Naherholungsgebiet „Wallenborn“ gelegene Valentinuskapelle (in Google-maps zeigen), abseits der Straße zwischen Wiesbach und Humes. Nahe der Kapelle befindet sich der Valentinusborn, im Volksmund „Wallenborn“ genannt, dem seit Menschengedenken heilende Wirkung an Mensch und Tier zugesprochen wird.   Der Platz, wo die Kapelle steht, ist eine alte Siedlungsstätte, denn schon zur Zeit der Römer stand hier eine villa rustica, wovon verschiedene Funde zeugen (Ziegeln, Feuerung einer Hypokaustanlage (Heizanlage)). Die Kapelle und vermutlich auch eine Einsiedelei wurden im Jahre 1796 errichtet. Der Grund für den Bau der Kapelle und der Bauherr sind bisher nicht bekannt. An der Rückseite der Kapelle befand sich eine Einsiedelei, in der bis um 1840 wahrscheinlich immer ein Eremit lebte, der sich um die Kapelle kümmerte. Nach 1840 verfiel die Einsiedelei zusehends und wurde schließlich 1882 restlos abgetragen.

Waldweg am WallenbornDie Kapelle ist ein einfacher Rechteckbau mit konisch zulaufendem Chorraum und mit einigen Elementen romanischer Baukunst geschmückt. Im Innern steht ein Barockaltar mit Säulenaufbau aus dem späten 18.  Jahrhundert mit hübsch geschnitzten Seitenteilen, auf denen ein Kelch mit Kreuz und ein Kelch mit Monstranz dargestellt sind. Als Krönung ist ein Kreuz aufgesetzt. Die Fensterbilder der Kapelle verdeutlichen in insgesamt sechs Motiven das Leben des hl. Bruders Konrad von Parzham, der im 19. Jahrhundert viele Jahre als Kapuzinermöch in Altötting wirkte. Ein 1985 entwendetes Tafelbild zeigte den hl. Wendalinus, den hl. Valentinus und die hl. Brigitta, wobei die den Heiligen zur Seite gestellten Tiere und ein jeweils hinzugefügtes „ora pro nobis“ sie deutlich als Viehpatrone der Region kennzeichneten. Unauffindbar sind heute die eisernen Kronen, die über viele Jahre von Kapellenbesuchern aufgesetzt wurden, um ihre Bittgebete durch ein äußeres Zeichen der Glaubenstreue zu unterstützen. Die ovalen Öffnungen an der Frontseite der Kapelle, landläufig „Ochsenaugen“ genannt, waren eine gängige Bauform der damaligen Zeit. Das kleine Dreieckfenster hinter dem Altar ist ein sakrales Symbol. Es stellt die Dreifaltigkeit Gottes dar. Möglicherweise sollte dadurch der Altar der geosteten Kapelle bei Tagesanbruch im schimmernden Licht der Morgensonne erstrahlen. Der mündlichen Überlieferung nach, sollen sich bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Liebenden an der Kapelle getroffen haben und einander die Ehe versprochen haben. Damit auch die Ehe gelinge, erbat das angehende Paar gemeinsam Gottes Segen.


Die 1934 unter Denkmalschutz gestellte Kapelle wurde von 1953 bis 1955 und 1997 jeweils vollständig renoviert. Im Jahre 1957 errichtete die Pfarrgemeinde Wiesbach zum Gedächtnis der Vermissten und Gefallenen des Zweiten Weltkrieges einen Kreuzweg mit vierzehn Stationen aus Vogesensandstein, der zur Valentinuskapelle führt. Aus diesem Grunde hat die Kirchengemeinde die Namen der Vermissten und Gefallenen auf die vierzehn Stationen einmeißeln lassen. Mit dem Plan und der Ausführung beauftragte sie den Morbacher Künstler Rudolf Höfele, der am 01. Juli 1956 mit den Arbeiten begann. Am 22. September 1957 fand die feierliche Einweihung des Kreuzweges statt. In den vergangenen Jahren wurde der Bereich um die Kapelle mit der Anlage eines Weihers und eines Grillplatzes zum Naherholungsgebiet „Wallenborn“ ausgebaut, das für die Menschen der näheren Umgebung zu einer Stätte der Erholung und Begegnung geworden ist.

Standort anzeigen:

Einfahrt und Parkplatz in Google-map(F) anzeigen -
Fischerhütte ist von der Landstuhlstraße her anfahrbar (in Google-map(F) anzeigen).