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Liebe Eppelbornerinnen und Eppelborner, 

seit einem halben Jahr bin ich nun als Zentrumsmanagerin für Sie vor Ort tätig. In den Gesprächen mit Ihnen und aus den Medien habe ich erfahren, dass vielfach Unklarheit über den Zweck und die Aufgaben des Zentrumsmanagements besteht. Daher möchte ich nachstehen die wichtigsten Fragen zum Zentrumsmanagement für Sie beantworten.

  • Was ist das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“?

Das Förderprogramm „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“ ist eines der vielen Städtebauförderungsprogramme des Bundes und der Länder zur Unterstützung der Städte und Gemeinden. Maßnahmen, die im Rahmen dieser Städtebauförderung durchgeführt werden, erhalten einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 2/3 der förderfähigen Kosten.

Ziele der Städtebauförderung sind die Stärkung von Innenstädten und Ortszentren, damit diese ihre Funktionen erfüllen können: Zentren sollen Einkaufsmöglichkeiten bieten, Versorgung im medizinischen Bereich, Orte der Begegnung sein, kulturelle Angebote vorhalten, angenehmen Aufenthalt bieten und vieles mehr. Diese Funktionen sind vielfältig bedroht, z.B. durch leerstehende Wohnungen und Geschäfte, durch Lärm, Verkehr, fehlende Sanierung, ungepflegte Bereiche usw. Dagegen soll die Städtebauförderung angehen.

Da z.B. eine kleine Gemeinde in Sachsen nicht mit denselben Problemen zu kämpfen hat wie eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, gibt es auch unterschiedliche Städtebauförderprogramme. Das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ passt hiervon am besten auf die Gemeinde Eppelborn. Es konzentriert sich auf die Stärkung der Zentren der zentralen Orte und fordert eine aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Die Gemeinde Eppelborn hat sich im Jahr 2013 um die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ beworben und wurde 2014 mit dem Projekt „Aktive Ortsmitte Eppelborn“ aufgenommen.

Die erste Maßnahme als fester Bestandteil dieses Förderprogramms war die Erstellung des „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“, kurz ISEK. Im ISEK ist das Fördergebiet „Aktive Ortsmitte Eppelborn“ abgegrenzt, Entwicklungsziele für die Ortsmitte definiert und Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele festgelegt. Dieses wurde im Januar 2017 nach Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vom Gemeinderat beschlossen.

  • Was ist das Zentrumsmanagement?

Eine Besonderheit des Förderprogrammes „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ ist die Kombination aus baulichen Maßnahmen einerseits und begleitendem Management andererseits. Zu den Management-Aufgaben zählen neben der Verwaltung und allen Planungen auch das sogenannte Zentrumsmanagement und ebenso die Lenkungsgruppe (siehe hierzu weiter unten). Zur Umsetzung des Förderprogramms ist es unbedingt notwendig, alle Aktivitäten zu bündeln, die handelnden und interessierten Personen zusammenzubringen, Ideen zu sammeln, Projekte anzustoßen und Prozesse zu steuern. Das Zentrumsmanagement ist dabei die zentrale Anlaufstelle für Bürger, Verwaltung, Politik, Experten und Land. Seine Aufgaben sind entsprechend vielfältig und passen sich den individuellen Bedürfnissen der Gemeinde an. Wichtige Aufgaben sind insbesondere die Leitung der Lenkungsgruppe, die Verwaltung des Verfügungsfonds und die Beratung von Bürger/innen und Kommune.

  • Was ist der Unterschied zwischen Zentrumsmanagement und Wirtschaftsförderung?

Die Wirtschaftsförderung hat die Aufgabe, die Gemeinde gezielt zu vermarkten. Ihr Ziel ist die Erhaltung und Stärkung der kommunalen Wirtschaftskraft und die Verbesserung des Arbeitsplatzangebots.

Das Zentrumsmanagement ist viel mehr als das. Es unterstützt die Gemeinde bei der Umsetzung aller im ISEK definierten Ziele, also auch baulicher, sozialer, ökologischer, verkehrlicher und wohnungswirtschaftlicher Ziele. Es kümmert sich demnach nicht nur um Gewerbe und Einzelhandel, sondern gleichrangig um alle Belange eines aktiven Ortszentrums. Sein Ziel ist es, alle notwenigen Funktionen im Ortszentrum zu erhalten, zu fördern und zu stärken und die Bürger, Einwohner, Eigentümer, Gewerbetreibenden, soziale, kirchliche und kulturelle Organisationen in den Prozess der Weiterentwicklung einzubeziehen.

  • Braucht man ein externes Zentrumsmanagement und warum übernimmt die Verwaltung nicht diese Aufgabe?

Kommunen, die in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen sind, müssen ein Zentrumsmanagement einrichten. Das Zentrumsmanagement ist wie das ISEK und die Lenkungsgruppe zwingender Bestandteil der Förderung.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass von Nachteil ist, wenn die Gemeinde ohne externe Unterstützung die Aufgaben des Zentrumsmanagements wahrnimmt. Die vielfältigen Aufgaben erfordern einen zusätzlichen hohen Zeitaufwand, den die Verwaltung nicht leisten kann. Oft bestehen insbesondere bei den privaten Akteuren Vorbehalte gegenüber der Verwaltung, was eine gute Zusammenarbeit belastet. Eine neutrales und unabhängiges Zentrumsmanagement ist also eine wichtige Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander. Zudem bringt ein externes Zentrumsmanagement Spezialwissen, Erfahrung und den „Blick von außen“ mit, wovon die Gemeinde erheblich profitieren kann. Aus all diesen Gründen empfiehlt das Land den Einsatz eines externen Zentrumsmanagements.

  • Wie ist das Zeitkontingent hat das Zentrumsmanagements in Eppelborn?

Im Rahmen eines Werkvertrags umfasst das Zentrumsmanagement eine durchschnittliche Arbeitszeit von 15 Stunden pro Woche. 4 Stunden pro Woche, immer dienstags am Markttag von 9.00 bis 13.00 Uhr ist die Zentrumsmanagerin als Ansprechpartner für alle im Zentrumsbüro (Am Markt 32) vor Ort. Die restlichen Arbeitsstunden verteilen sich auf die oben genannten Aufgaben. Insgesamt ist das Zentrumsmanagement auf zunächst drei Jahre befristet.

  • Was kostet das Zentrumsmanagement und wer bezahlt es?

Das Zentrumsmanagement kostet für drei Jahre rund 180.000 €, umgerechnet 60.000 € pro Jahr. Als fester Bestandteil des Städtebauförderungsprogrammes „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ wird es zu zwei Dritteln von Bund und Land bezuschusst. Dies bedeutet Bund, Land und Gemeinde zahlen jeweils jährlich 20.000 €.

  • Was ist die Lenkungsgruppe?

Die gemeinsame Entwicklung der Ortsmitte mit allen Beteiligten hat im Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ einen besonderen Stellenwert. Die Lenkungsgruppe ist dabei festes Beteiligungsinstrument. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern der Anwohner und Eigentümer, Gewerbetreibende, Vereine, Kirche, Schule und Vertretern für Kinder, Jugendliche und Senioren. Auch die Ortsratsfraktionen, der Ortsvorsteher und die Gemeindeverwaltung sind in der Lenkungsgruppe vertreten, wenn auch nur beratend. Die Lenkungsgruppe steht also nicht in Konkurrenz zu den gewählten politischen Gremien wie Orts- und Gemeinderat, sondern ist vielmehr eine Ergänzung. Alle Mitglieder der Lenkungsgruppe sind von der Entwicklung im Ortzentrum auf unterschiedliche Weise, aber immer direkt betroffen. Ihre Ideen zur Entwicklung und zur Lösung bestehender Probleme ergänzen und bereichern die Planungsansätze.

Die regelmäßigen Treffen der Lenkungsgruppe werden vom Zentrumsmanagement thematisch vorbereitet und moderiert. Das Zentrumsmanagement hat dabei eine neutrale Position. Die Lenkungsgruppe wird in alle Entscheidungen über die Entwicklung des Ortszentrums mit eingebunden und ist vor den entsprechenden Beschlussfassungen durch die gewählten politischen Gremien zu hören. Bei der Bewirtschaftung des Verfügungsfonds entscheidet sie selbstständig über die Durchführung der Maßnahmen.