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Skulpturenweg am Kreckelbach

Kunstwerke, Wissenswertes und viel Natur auf 1,6 Kilometern

Für Peter Prinz aus Wiesbach war der Fußweg am Kreckelbach zwischen seinem Wohnort und Mangelhausen, der Heimat seiner Eltern, wie für die vielen Nutzerinnen und Nutzer viele Jahrzehnte nur ein verwilderter, verwahrloster Pfad entlang der Felder und Wiesen. Alter Maschendrahtzaun begrenzte die Felder, die früher einmal der Viehhaltung dienten. 54 Obstbäume, die im Rahmen einer Ausgleichmaßnahme gesetzt wurden, wuchsen vor sich hin. Der Weg lag in einer Art Dornröschenschlaf – bis vor rund zehn Jahren. Da begann Peter Prinz auf vielfältige Weise, einen Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen zu schaffen. Die Philosophie, die dahinter steckt, sagt Prinz, ist ganz einfach: „Ich möchte, dass die Menschen entlang des Weges immer wieder innehalten und sich die Natur bewusst machen.“

Eine ganz intensive Begegnung gab es beim Besuch am Morgen gleich auf den ersten Metern: Zufällig schaute ein junges Reh auf der Wiese vorbei und ergänzte somit den Blick durch den Rahmen auf einen der lustigen Tonköpfe. „Wenn man durch die Rahmen schaut, bietet sich dahinter ein ständig wechselnder Hintergrund. Die Jahreszeiten, die Vegetation, selbst die Tageszeit und Sonneneinstrahlung, sie lassen das Motiv immer wieder anders wirken“, erklärt Prinz.
Kunst, Flora und Fauna, all das ergänzt sich auf eindrucksvolle Weise. Die Exponate, es kommen, betont Peter Prinz, immer wieder neue Werke hinzu, erzählen eine Geschichte, setzen sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinander, wollen zum Nachdenken anregen, aber auch mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern. So erwartet den Betrachter die menschliche DNA-Kette, die stark und doch zugleich auch verletzlich scheint. Wie die menschliche Gesellschaft aufgebaut ist, damit befasst sich das riesige Mikado. „Es gibt kein Entrinnen“ zeigt einen ausgebeulten Rahmen. Er steht für die Bevölkerung der Erde, die immer stärker aufgefordert ist, zusammenzurücken. Die Skulptur „Metamorphose“ nimmt das menschliche Leben von der Geburt bis zum Tod in den Blick.

Wie sehr sich die Gesellschaft in den vergangenen Jahren durch die Flüchtlingskrise verändert hat, thematisiert Peter Prinz gleich mehrfach. „Wir wollen alle in den gleichen Himmel, egal, welchen Glauben wir haben“, sagt er beim Blick auf die bunte Himmelsleiter. Ein Flüchtlingsboot, das zwischen den Bäumen hängt, erinnert an die Zeit, in der viele Geflüchtete auch ins Saarland kamen.
Fast am Ende des Weges wartet schließlich ein Wunschbaum auf die Wanderer. Auf kleinen Tafeln können Kinder, aber auch Erwachsene ihre Wünsche verewigen. Einmal im Monat nimmt Prinz die Tafeln ab und trägt alle Wünsche in ein Buch ein. „Die Corona-Krise hat dem Weg sehr viele Gäste beschert. Und die haben vom Wunschbaum regen Gebrauch gemacht“, erzählt Prinz.

„Raus in die Natur“ – diesem Aufruf sind auch die Kirchenmäuse in Wiesbach gefolgt und haben den Unterricht einfach in das Naturwohnzimmer am Kreckelbach verlegt. In den vergangenen Wochen waren dann die Frauen der KFD zu Gast, die grünen Wiesen im Halbschatten, dazu die Espen sorgen für ein entspanntes Miteinander. Wichtig, betont Prinz, war es ihm bereits sehr früh, gerade den älteren Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit des Ausruhens zu geben. So stehen zahlreiche Sitzgelegenheiten entlang der Strecke und laden zum Verweilen ein. Die Standorte sind nicht zufällig gewählt, sie bieten zu allen Tageszeiten Sonnen- und Schattenplätze und gleichzeitig ganz besondere Aussichten. Für alle Romantiker empfiehlt sich der Logenplatz zum Miterleben des Sonnenuntergangs. Einen neuen Standort hat hier auch die Reservebank der Wiesbacher Fußballer gefunden.

Nicht nur für die Menschen, auch für die Tiere, bietet dieses Fleckchen Erde so einiges. Vogelhäuschen, ein Eichhörnchen Kobel, dazu ein Nussversteck und nicht zu vergessen die zahllosen, insektenfreundlichen Pflanzen, sie alle bieten Lebensraum für die Tiere. Selbst an die vierbeinigen Begleiter ist mit einer Hundetränke gedacht.
Gerade in den kommenden Wochen bieten die vielen Apfelbäume zudem einen gesunden Snack. „Hier darf sich jeder an den Bäumen bedienen“, erklärt Prinz. Seit Jahren beginnt mit dem Rückschnitt der Obstbäume im Frühjahr seine Arbeit.  mittlerweile tragen die Bäume Nummern, „damit man sich merken kann, welcher Apfel am besten schmeckt und welche Äpfel gut für Kuchen oder Apfelmus geeignet sind.“
Nicht nur für Kinder gibt es gleich zu Beginn eine große Schautafel zu entdecken. Die Bilder zu Flora und Fauna stammen von Astrit Reckner und wecken die Neugier der jungen Naturbesucher.
Fest steht: Viel Zeit sollte man beim Besuch des Weges einplanen und es lohnt sich, eine Kamera mitzunehmen, denn die Motive sind vielfältig! Viel Spaß allen Wanderern!

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